Ist ein Babykissen eine sinnvolle Anschaffung?

Bei vielen Babys hat sich zwischen dem fünften und sechsten Lebensmonat am Hinterkopf eine kahle Stelle gebildet. Die Eltern sind dann meist beunruhigt, dass sich bei ihrem Kind ein platter, oder noch schlimmer, ein schiefer Hinterkopf bildet. Sie fragen sich, ob es nicht vielleicht sinnvoll wäre, ein Babykissen anzuschaffen, aber vor diesen speziellen Kissen wird immer wieder gewarnt. Ist ein Babykissen tatsächlich ein effektives Mittel gegen einen platten oder zu flachen Hinterkopf?

Ein formbarer Kopf

Der Schädel eines Kindes muss verformbar sein, denn schließlich muss das Kind ohne Hindernisse durch den Geburtskanal rutschen. Der Knochen des Schädels sowie die Naht zwischen den Schädelplatten festigt sich erst, wenn das Kind das erste Lebensjahr vollendet. Viele Babys liegen sehr viel in der gleichen Position, und da der Schädel noch weich ist, verformt er sich entsprechend. Liegt das Baby gerne auf dem Rücken, dann kommt es zu dieser platten Stelle, hat es seine Lieblingsschlafseite, dann kann es zu einem schiefen Kopf kommen.

Eine gesunde Lage

Schon in den 1990er Jahren haben sich Kinderärzte dafür ausgesprochen, Kinder in ihrem ersten Lebensjahr auf dem Rücken schlafen zu lassen. Diese Schlafposition hilft dabei, die Gefahr des gefürchteten plötzlichen Kindstodes zu reduzieren. Die Babys sollten vor allem in der Nacht auf dem Rücken liegen, bevor sie sich ab dem fünften Lebensmonat selbstständig drehen können. Trotzdem sollten die Eltern sichergehen, dass ihr Kind nicht auf dem Bauch liegt. Das führt möglicherweise zu einer Kopfverformung, die später Auswirkungen auf den ganzen Körper haben kann.

Welche Babykissen sind zu empfehlen?

Normale, lose Kissen haben im Bett eines Babys nichts zu suchen, es muss schon ein spezielles Babykissen sein. Ideal sind Babykissen, die eine Mulde in der Mitte haben, denn sie entlasten den Hinterkopf und stützen den Nacken. Da dieses Babykissen rundherum erhöht ist, kann das Baby seinen Kopf nicht zur Seite drehen, was es davor schützt, zu ersticken. Diese Babykissen sind zusammen mit Kinderärzten und Hebammen entwickelt worden und wurden in vielen klinischen Tests untersucht. Was in allen Tests immer wieder betont wird, ist, dass das Babykissen mit der Mulde in der Mitte den Hinterkopf des Kindes deutlich entlastet. Wird das Kind jedoch älter und der Kopf schwerer, dann ist dieser Effekt leider nicht mehr gegeben.

Mehrere Vorteile

Das Babykissen mit der Mulde schützt das Kind nicht nur, es hat noch einen weiteren wichtigen Vorteil. Während die Verbesserungen bei einem platten Hinterkopf nur sehr begrenzt sind, wirkt das Babykissen bei einem schiefen Kopf wie eine gezielte Physiotherapie. Leider werden die meisten Babykissen mit einer Mulde ohne eine Altersbeschränkung angeboten. Als Folge wird das Kissen dann so lange verwendet, bis die Kinder von dem Kissen herunterrollen. Das Babykissen ist trotzdem sehr beliebt, auch weil es dabei hilft, dass Babys eine symmetrische Kopfform behalten. Eltern, die auf Nummer sicher gehen wollen, sollten das Babykissen zwar verwenden, aber ihr Kind auch im Wechsel mal auf die linke und mal auf die rechte Seite legen. Ist der platte Hinterkopf des Kindes bereits ausgeprägt, dann wird das Babykissen als medizinisches Produkt von vielen Krankenkassen bezahlt.